Qualität & Schutz

Wer Menschen begleitet, trägt Verantwortung.

Du vertraust uns Dinge an, die Dich angreifbar machen: Deine Gesundheit, Deine Lebensgeschichte, manchmal Erfahrungen, über die Du sonst mit niemandem sprichst. Darauf haben wir uns verbindlich vorbereitet – mit einer verpflichtenden Qualifizierung, einem Verhaltenskodex, den jede Lots*in unterschreibt, fester fachlicher Begleitung und klaren Wegen für Beschwerden. Was das im Einzelnen bedeutet, kannst Du hier nachlesen.

Menschenwürde – Jeder Mensch wird mit Respekt behandelt, unabhängig von Alter, sexueller und geschlechtlicher Identität, Herkunft, Religion, körperlicher Verfassung und Pflegebedarf.

Selbstbestimmung – Begleitete Personen entscheiden selbst: über Art und Umfang der Unterstützung, über die Weitergabe persönlicher Informationen und über die Annahme oder Ablehnung von Hilfen.

Diversität und Antidiskriminierung – Vielfalt ist Realität und Ressource. Ausgrenzung und Abwertung werden nicht toleriert.

Transparenz – Lots*innen sagen offen, was ihre Rolle ist, was sie leisten können und wo ihre Grenzen liegen.

Alle Lots*innen verpflichten sich schriftlich auf diese fünf Sätze:

Ich respektiere Grenzen. Persönliche, körperliche und emotionale.

Ich wahre Vertraulichkeit. Persönliche Informationen gebe ich nur weiter mit Einverständnis, bei gesetzlicher Verpflichtung oder bei akuter Gefährdung.

Ich respektiere Selbstbestimmung. Ich dränge niemanden zu Outings, Beratungen, Pflegeleistungen oder Entscheidungen.

Ich diskriminiere nicht. Ich begegne allen Menschen respektvoll und diskriminierungssensibel.

Ich kenne meine Rolle. Ich bin Lots*in, Begleiter*in und Unterstützer*in.

Auswahl und Qualifizierung

Nicht jede*r Interessierte wird Lots*in. Ein strukturierter Auswahlprozess prüft Motivation und Eignung. Die Grundqualifizierung ist vor dem ersten Einsatz verpflichtend.

Fachliche Begleitung

Im Einsatz bleiben Lots*innen eingebunden: durch regelmäßige Reflexion, Fachberatung der Bundesfachstelle, regionale Austauschtreffen und feste Ansprechpersonen bei den Träger*innen.

Dokumentation und Evaluation

Einsätze werden standardisiert und datenschutzkonform dokumentiert. Regelmäßige Befragungen von begleiteten Personen, Lots*innen und Kooperationspartner*innen fließen in die Weiterentwicklung ein.

Beschwerden und Rückmeldungen

Alle Beteiligten können niedrigschwellig Rückmeldung geben und Beschwerden einreichen. Beschwerden werden transparent bearbeitet. Die Meldewege sind im Schutzkonzept festgelegt.

Grenzverletzungen, Diskriminierung oder unangemessenes Verhalten können überall vorkommen – auch bei uns. Entscheidend ist, was dann passiert. Wir gehen jeder Meldung nach, informieren die Beteiligten transparent und ziehen Konsequenzen.